Chevron Up

 

Thomasareal, Freiburg

 

Wettbewerb, 1. Preis

Das neue intergenerative evangelische Gemeindezentrum nimmt die bestehende Kirche in die Mitte und betont damit die Wertigkeit des geistlichen Zentrums. Das zweiflüglige Pflegeheim wird über eine gläserne Fuge angeschlossen, die die Erschließung aufnimmt und alle Bereiche auf kurzem Weg und witterungsgeschützt verbindet. Sie orientiert sich zum öffentlichen Kirchenvorplatz an der Tullastraße. Das Gebäudeensemble bildet differenzierte Freiräume, die es mit dem umgebenden Quartier vernetzen: Die Kita erhält einen westorientierten, naturnahen Garten mit dem vorhandenen Walnussbaum als Mittelpunkt, das Pflegeheim und die Tagespflege einen Gartenhof zur ruhigen, verkehrsarmen Seitenstraße hin. Hier befindet sich auch der Eingang der dreigruppigen Kita, so dass intergenerative Kontakte gefördert werden. Die Gebäudestellung erlaubt es, den Baumbestand auf dem Grundstück weitestgehend zu erhalten.  

Der bestehende Kirchenbaukörper wird von seinen Anbauten befreit. Die für den Bestand charakteristische Natursteinwand und die Betonglasfenster bleiben ebenso erhalten wie die Buntglasfenster, die zu neuer Geltung kommen. Ein viergeschossiger Kubus wird in den bisherigen Kirchenraum eingestellt und gliedert ihn in Sakralraum und Cafeteria. Beide Bereiche haben die volle Höhe des bisherigen Kirchenraums. Je nach gewünschter liturgischer Situation kann der Kirchenraum so geöffnet werden, dass Sichtbezug zwischen Kirchenvorplatz und Altar entsteht. Die neue Cafeteria bildet durch ihre einladende Lage am Kirchenvorplatz die Schnittstelle zum öffentlichen Raum. Angrenzend hieran bildet die neue Eingangshalle eine großzügige, multifunktionale Eingangs- und Begegnungssituation.

Jeweils zwei Wohngruppen auf drei Obergeschossen bilden das Pflegeheim. Die Galerien, die die Pflegebereiche erschließen, bieten Ausblicke in die Cafeteria, den Sakralraum und die Umgebung. Der Besucher betritt zunächst die hellen und abwechslungsreichen Aufenthaltsbereiche, die mittig um die zentrale Nachbarschaftsküche liegen. Die unmittelbar zugeordneten Terrassenflächen ermöglichen Teilnahme am Leben im Gartenhof. Gemäß einer abgestuften Privatheit bilden die Bewohnerzimmer eine übersichtliche eigene Zone innerhalb der Wohngruppe.

Die Neubauten sind als einheitlich weiß verputzte Massivbauten konzipiert und nehmen so die Sprache der Thomaskirche auf. Die Fassade wird gegliedert durch einen Versatz in jedem Geschoss. Der textile Sonnenschutz vor den Holzfenstern sorgt für eine heitere, wohnliche Atmosphäre.